Im Bezug zu so etwas geistigem wie die Psyche / Persönlichkeit, sollten wir auch die Körperlichkeit anschauen. Der Körper erscheint uns im Gegensatz zur Psyche als ein festes Objekt, doch er besteht aus Zellen, die wiederum aus Atomen bestehen. Diese Atome sind fast nur leerer Raum und wenn man sie zusammenballen würde, wäre das kaum größer wie ein Punkt in diesem Text. Teilt man die Atome in seine subatomaren Teile, haben sie mehr die Eigenschaft von Energie und können auch einfach verschwinden. Wir erleben den Körper dennoch als ein festes Objekt und er scheint die einzige Möglichkeit für unsere Persönlichkeit sich auszudrücken.
Was ist für uns der Körper? Ein biologischer Apparat, ein Tempel, Freude oder Last? Das hängt natürlich sehr vom Gesundheitszustand, den inneren Überzeugungen und dem Alter ab. Er konfrontiert uns mit unserer Verletzlichkeit, Bedürftigkeit und letztendlich auch mit unserer Sterblichkeit. Das ändert sich auch nicht durch den Glauben an eine Seele, die den Körper vorübergehend als Gefäß benutzt. Er scheint seinen eigenen Willen zu haben und kämpft selbst dann noch ums Überleben wenn wir bewusstlos sind. Wir identifizieren uns mit unseren Körper, selbst dann wenn wir glauben das wir mehr sind, oder das es ein Leben nach dem Tod gibt. Diese Identifikation in Verbindung mit der Wahrnehmung von Zeit und Raum führt uns unsere Begrenztheit und Endlichkeit stets vor Augen. Wir scheinen ein separates, getrenntes Objekt im einem Universum mit vielen anderen Objekten zu sein und unser psychologisches Ich Empfinden macht es zu unserem Körper. Wir erfahren mit unserem Körper, Schmerz und Lust und deshalb bewegen wir uns weg vom Schmerz, suchen nach Sicherheit, wollen überleben – oder wir streben nach Liebe, Frieden und Einsein. Diese scheinbar verschiedenen Richtungen sind eigentlich nur die zwei Seiten der gleichen Sache. Wir befinden uns ständig in Bewegung in Richtung Zukunft die uns ja eigentlich dem Ende näher bringt. Und unser Verhalten scheint oft Paradox zu sein, wenn wir manchmal auch bis zur Selbstschädigung schuften und uns ständig bemühen etwas zu erreichen was scheinbar jetzt noch nicht da ist. Es gibt nicht nur die Identifikation mit unserem Körper, sondern eben auch mit seinen „Inhalten,“ die wie gesagt sich scheinbar nur über das Vehikel Körper ausdrücken können und deshalb unmittelbar damit verbunden sind, mit all ihren Motivationen und noch darüber hinaus. Während uns unser Körper fest erscheint, scheint unsere Psyche eine eher flüchtige Sache zu sein. Wir haben vielleicht das Gefühl ein konstantes Ich zu sein, doch wir können es in Wahrheit nicht erfassen, denn auch dieses psychologisches Ich Empfinden ist nur ein Gedanke, ein Inhalt unseres psychischen Systems. Unser psychische System ist ein scheinbar äußerst komplexes Gebilde mit Charakteren (Prägungsmuster - Persönlichkeitsanteilen) und anderem, auf die ich noch später eingehen werde. Alle diese Charaktere können scheinbar mehr oder weniger ein Eigenleben haben und zusammen mit dem Ich Empfinden werden sie zu unseren Anteilen – zu etwas „persönlichem“ oder zu etwas „fremden.“ Doch nichts davon entspricht unserem eigenen Sein, bzw. umfasst es nicht.
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