Mai 4

Re - Imprinting  - Glaubenssätze
nach R. Dilts

In dem folgenden Beitrag möchte ich die NLP Technik Re-Imprinting vorstellen und untersuchen. Teile dieser Technik können auch im MST Anwendung finden, jedoch mit einigen unterschieden, sowohl in der Anwendung als auch in der Philosophie. Wichtig ist auch zu verstehen, das sich MST eben nicht nur auf die Teile bezieht, sondern das es nur der Einstieg ist. Der Basis Text zum Re-Imprinting erscheint so auch auf dem NLP Blog www.nlp21.de, weshalb ich die Unterschiede farblich unterscheide.

Glaubenssätze sind Generalisierungen, subjektive Interpretationen von persönlichen Erfahrungen. Bestimmten Lebenserfahrungen wird eine Bedeutung zugemessen, die sie nicht unbedingt haben und so können sie einschränkend oder erlaubend sein. Es sind Glaubenssätze über Ursachen - Wirkung, Bedeutungen, Begrenzungen und Erlaubnis. Sie können sich auf das Verhalten, die eigenen Fähigkeiten, auf die Identität (Ich bin) und Zugehörigkeit (ich gehöre zu..) wie auf die Welt im Allgemeinen beziehen.

Es sind Axiome, Grundannahmen, die Aussagen über Erlaubnis und Grenzen des eigenen Lebens machen. Oft sind es Glaubenssätze, die eine Ursache-Wirkung (A = B) oder eine Äquivalenz -Beziehung (A = B, bzw. A ist nicht = B) enthalten. Solche Glaubenssätze sind oft überhaupt nicht logisch und müssen auch nicht mit der „Realität“ übereinstimmen. Realität ist für jeden eine Subjektive Angelegenheit und besteht aus gesellschaftliche Übereinkunft, Übernahme und persönliche Interpretation.
Überzeugungen haben auf der Welt verheerendes Angerichtet, aber auch viel Positives. Jeder Mensch ist eingebunden in ein Netz aus Glaubensätzen, dem Glaubenssystem. Solche Systeme gibt es individuell wie auch kollektiv.

Was ist ein „Glauben“ und „wer“ hat ihn? Dies scheint mir ein passender Einstieg zu sein um das Thema aufzurollen. Zu einem Glaubenssatz oder einem Trauma gibt es eine innere Repräsentation, welches aus den Eigenschaften der 5 Sinne besteht (sehen, hören, fühlen/empfinden, riechen, schmecken). Genau genommen, sind es Informationen. Wäre es nur die Information, würde das funktionierende Ich einfach handeln oder auch nicht. Es wäre kein Problem. Dann wird dieser Information eine Bedeutung gegeben. Je nach Art der Bedeutung, kann sich nun alles ändern. Es entsteht eine Bewertung die eine Dynamik/Energie der Information hinzufügt. Dann folgt das anhaftende Ich welches sich damit identifiziert. Dieser Schritt macht es zu meinem persönlichen Thema. Während sich das funktionierende und anhaftende Ich über alle Persönlichkeitsanteile erstreckt, bezieht sich ein Glaubenssatz oder ein Trauma auf einen oder mehrere Anteile in der Persönlichkeit und nicht auf die gesamte Person.

Beispiele solcher Generalisierungen sind:
Verallgemeinerung über kausale Beziehungen von Ursache und Wirkung
Kaba macht groß und stark :-)
Verallgemeinerungen über Bedeutungs-Beziehungen
Wenn ich rauche, gehöre ich zu den Großen.
Verallgemeinerungen über Grenzen- was ist Möglichkeit und was nicht.
Mit meiner Ausbildung komme ich nicht weit.
Verallgemeinerungen über Identität
Ich bin ein zurückhaltender Mensch

Einschränkende Glaubenssätze können häufig solche Strukturen aufweisen

1. Hoffnungslosigkeit:
Der Glaube, dass das ersehnte Ziel unerreichbar ist, egal welche Fähigkeiten man besitzt und einsetzt.
„Es ist Hoffnungslos, es wird sich nie ändern“

2. Hilflosigkeit:
Der Glaube, dass es zwar prinzipiell möglich ist, das angestrebte Ziel zu erreichen, aber man selbst dazu einfach nicht imstande ist und sein wird.
“Alle können es nur ich schaffe es nicht, egal was ich auch tue“

3. Wertlosigkeit:
Der Glaube, dass es unmöglich ist, das ersehnte Ziel zu erreichen, weil man es nicht wert ist, oder weil man etwas getan oder unterlassen hat. Das Thema verdient ist in unserer Gesellschaft weit verbreitet.
“Ich verdiene es nicht gesund zu werden/erfolgreich zu sein“

Die tiefsten Glaubenssätze sind die über unsere Identität und Zugehörigkeit. Glaubenssätze die eine generelle Aussage über mich als Mensch machen, oder zu wem ich gehöre. „Ich bin dumm“ ist etwas viel umfassender als „das kann ich noch nicht.“ „Die Welt ist schlecht“ als „es gibt gute und böse Menschen.“

Die am schwierigsten zu erkennenden Glaubenssätze sind die, die den meisten Einfluss auf uns haben. Sie sind meist außerhalb unserer Wahrnehmung (Unbewusst) und werden deshalb nicht hinterfragt. Sie sind uns selbstverständlich.

Auch hier betrifft es in der Regel nicht die gesamte Person, sondern einzelne Anteile. Denn die meisten Menschen funktionieren dennoch und haben Ressourcen volle Seiten.

Da auch der Coach/Therapeut in ein Glaubenssystem eingebunden ist es wichtig, sich seines eigenen Systems weitgehend bewusst zu sein. Jede Methode hat zudem seine ausgesprochenen oder auch unbewussten Grundannahmen über Ursachen und Anatomie von Problemen. Hier ist es ebenfalls wichtig zu wissen, das diese Annahmen nützlich sein können, aber nicht der Wahrheit entsprechen. Diese Aussage gilt auch, wenn man 100mal eine vermeintliche Ursache festgestellt hat. Offenheit dem gegenüber was kommt ist eine wesentliche Richtlinie.

Das eigene System zu kennen, bedeutet im MST auch die eigenen Anteile zu kennen, die durchaus auch bei einem Coach/Therapeut unbewusst mitmischen können.

Zu dem ist es wichtig, dass auch der Klient viele Sicherheitsmechanismen haben kann um das Kern Thema verborgen zu halten. Diese müssen nicht bewusst sein und so können Teile des Klienten, etwas Ernstes ins spaßige ziehen, ablenken durch nichtrelevante Themen, ein zweitraniges Problem vorschieben, im Kreis herum führen und so weiter.

Der Prozess beginnt damit, dass man das unverwünschtes Verhalten identifiziert, das mit einem einschränkenden Glauben zu tun hat.
Dann suche die Stelle, an der du eine Art "Sackgasse" findest oder beim Fragen auf Widerstand seitens des Klienten stößt.

Anzeichen dass du auf der richtigen Spur bist, sind Phänomene wie: "eine Nebelwand im Hirn", „da ist nichts mehr,“ „das ist nur noch leere“(innere Blockade), offensichtlich falsche Hinweise und Ablenkungsmanöver seitens des Klienten (trotz Rapport).

Aussagen, die anzeigen, dass du eine solche "Sackgasse" im Denken des Klienten gefunden hast, die mit dem einschränkenden Glaubenssatz zu tun haben könnten ist, sind folgende:

Es macht zwar überhaupt keinen Sinn, aber....
Ich weiß nicht, was mich hindert....
Das bin/ wäre einfach nicht ich.
Ich muss einfach/ ich kann einfach nicht....
Es ist eben so..../ Ich kann es ja auch nicht verstehen...
Das ist nichts ...

Es gibt wenige Prozesse, wo man so elegant mit den Sicherheitsmechanismen umgehen kann. „Da ist nichts,“ ist schon der willkommene Einstieg.

Die geläufigsten Probleme, die mit Glaubenssätzen verbunden sind, sind die folgenden:

(= das Ende der Vernunft)

Double Bind:
Verdammt bin ich, wenn ich's tue, verdammt, wenn ich's nicht tue. Heißt also, egal was ich tue, es ist immer falsch.

Endlosschleifen:
Ich bin nichts wert, weil ich nicht es tue und ich kann nichts tun, weil ich nichts wert bin.

Paradoxe:
Ich versuche so sehr mich zu schützen, dass ich mich ständig in riskante Situationen begebe.

Der Re - Imprinting - Prozess
Eine Prägung (Imprint) ist eine einschneidende Erfahrung aus der Vergangenheit, aus der der Betroffene einen Glaubenssatz oder ein Bündel von Glaubenssätzen geformt hat. Eine solche Prägung beinhaltet meist auch eine unbewusste Rollen Übernahme von anderen wichtigen Personen, die damit zu tun hatten.

Das Re-Imprinting hat den Zweck, die fehlenden Ressourcen zu finden, den Glaubenssatz zu verändern und das Rollenmodell, das dort entwickelt wurde, an die realen und aktuellen Gegebenheiten des Betreffenden anzupassen.

A = Klient
B= Berater

1. A identifiziert ein einschränkendes Verhalten, dass er ändern möchte.

2. B identifiziert die dazu gehörigen Symptome (Gefühle, Worte, Vorstellungen), die mit dem Verhalten einhergehen. B erfragt den zugrundeliegenden Glaubenssatz. (Auf der Installierten Time Line)

Kennzeichen: Hoffnungslosigkeit, Hilflosigkeit oder Wertlosigkeit, das Ende der Vernunft. - ankern
Erfrage die dazugehörigen Submodalitäten (das, was A zuerst einfällt): - ankern.
Zu Beginn wird also der Problemzustand geankert (in der Regel ein körperlicher Anker, der gehalten wird). Nun geht der Klient rückwärts auf der Time –Line, dem Gefühl folgend zurück in die Vergangenheit. Mit den Kennzeichen, ist gemeint, das es bevor der wesentliche Punkt erreicht wird, oft diffus werden kann, scheinbar nichts mehr kommt, oder das z.B. die beschriebenen Ablenkungsmanöver kommen.

Im Allgemeinen besteht der Re – Imprinting darin Ressourcen in die traumatische Situation zu bringen und diese auch den beteiligten Personen zu geben. Man möchte diese Prägung – Neu Prägen.
Es können aber auch systemische (Familiensystem) Situationen auftreten, wo man dann Fremdgefühle zurückgibt und ähnliches. Genauso kann es auch vorkommen dass der Klient dabei in ein früheres Leben rutscht. Hier müssen Sie offen bleiben und diese Erinnerung genauso behandeln wie wenn es eine Prägung aus dem „aktuellen“ Leben wäre.
Mit Teilen die Widerstände haben könnten, kann man zudem viel leichter umgehen, wenn man den ersten Schritte aus Phase 1 aus dem MST verwendet (siehe Mind System Transformation).

3. A geht nun mit diesem Anker seinen Lebensweg zurück, bis zu der Stelle, wo er die früheste Erfahrung mit dem Gefühl/Symptom gemacht hat.
Lasse A hier die Generalisierung bzw. den Glaubenssatz finden, den er aus dieser Erfahrung heraus Entwickelt hat.

4. Lasse A noch einen weiteren Schritt zurückgehen, bis zu dem Punkt, wo die Erfahrung noch nicht statt gefunden hatte. Dann tritt A aus seiner Zeitlinie heraus und kehrt in die Gegenwart, dissoziiert zu seiner Zeitlinie, zurück und blickt auf die prägende Erfahrung in seiner Vergangenheit.

Bitte A die Auswirkungen dieser Erfahrung auf sein späteres Leben zu bemerken. Lasse A auch - sofern vorhanden - weitere Generalisierungen und Glaubenssätze identifizieren, die er vielleicht später aus dieser Erfahrung heraus entwickelt hatte.

5. Finde die positiven Absichten, die sekundären Gewinne oder positiven Auswirkungen, die mit dieser Erfahrung verbunden sein mochten-

Finde wichtige andere Personen, die zu dieser Erfahrung gehörten. Manches Symptom hat damit zu tun, dass der Betroffene eine Rolle eines daran Beteiligten Übernommen/modelliert hat. Finde auch für diese Personen und ihr Verhalten die positive Absicht. Um dies heraus zu finden, kannst du A diese Menschen z.B. einfach fragen lassen (Auch mehrfach die positive Absicht dahinter erfragen)


Eine Erweiterung wäre hier, das eben nicht nur andere Personen (z.B. Mutter, Vater) Ressourcen brauchen, sondern auch die anderen involvierten Personen im inneren System.

6. Gehe für alle Personen, die mit der Prägungssituation in Verbindung stehen die folgenden Schritte durch (ähnlich wie Meta-Mirror, nur auf der Timeline):

a.) Finde aus der Dissoziation die Ressourcen oder Wahlmöglichkeiten, die die Person damals gebraucht hätte, aber nicht hatte. Du kannst Ressource-Anker stapeln, Erfahrungen auf der Time- Line einsammeln, Core-Zustände, Energie, Farben etc. schicken. Lasse deine Phantasie spielen. Achte bei den Ressourcen auf die logischen Ebenen.

b.) Lasse A mit all diesen Ressourcen in die Erfahrung desjenigen eintreten, assoziieren, der sie damals benötigt hätte. Aktiviere dabei den Anker, die Ressourcen.

Lasse nun die Person die gesamte Situation mit den Ressourcen neu erleben.

c.) Lasse A wieder aus der Zeit-Linie heraustreten und aus der Dissoziation die gemachte Erfahrung neu einschätzen:

Wie haben sich die Wahrnehmung der Situation, die Generalisierungen, die daraus gebildeten Glaubenssätze verändert? Welche neue Lernerfahrung möchte A aus der gesamten Erfahrung jetzt ziehen?

7. Bitte A die wichtigste Ressource zu finden, die er gebraucht hätte und ankere sie. Mit diesem Anker lasse A zurückgehen zu einem Punkt kurz bevor er diese Erfahrung machte.
Lasse A diese Ressource in sein jüngeres Selbst aufnehmen und die gesamte Time-Line hindurch bis zur Gegenwart gehen.

Der Re-Imprinting ist eine kraftvolle NLP Technik und bezieht schon verschiedene Personen mit ein, die an der prägenden Situation beteiligt waren. Eine weitere Möglichkeit wäre die inneren Personen mit einzubeziehen, deren Anatomie, sowie die Grundlegenden Strukturen des anhaftenden Ichs. Im MST können hier die Time-Line und der Gefühlsanker in bestimmten Situationen zum Einsatz kommen.


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Geschrieben von Uwe

Mai 31

Zum MST gibt es eine Ausbildungsgruppe, Coachings und diesen Blog hier. Neben den allgemeinen Beiträgen, werden hier immer wieder Beiträge zum Inhalt und Verständnis des MST folgen. Zu den letzten Beiträgen kann auch noch folgendes gesagt werden: Die Persönlichkeitsanteile, also das Mind System, können auch wie die Denkpostitionen des Egos betrachtet werden. Jede Position kann nicht nur einen bestimmten Entwicklungszustand haben und eine Serie von gestapelten Absichten, sondern entsprechen auch einem bestimmten Bewusstseinszustand. Um auf Hawkins zu kommen, wäre eine Überleitung: es gibt Anteile unter dem BW 200 und meist auch darüber. Somit ist MST auch für die Bewusstseinsforschung und Bewusstseinsentwicklung geeignet. Anteile unter BW 200 brauchen eine andere Arbeit als die über BW 200. Das heißt, die Teile die dem Muster der Angst (Unter 200) unterliegen, dazu gehören z.B. auch Scham, Schuld, Depression und Wut, usw. gründen auf dem animalischen Instinkt des Überlebens. Anteile die darüber entwickelt sind brauchen in Hawkins Sprache. Übergabe, Hingabe, Ausrichtung, also eher spirituelle Arbeit. Kurze Diskussionen und Fragen, können eher in den Kommentaren oder im Forum behandelt werden. 

Geschrieben von Uwe

Jun 2

Überleben

Die Basis aller Persönlichkeitsanteile, die dem Angst Muster unterliegen, ist das Überleben. Das ist umso verständlicher, wenn man sich die Entwicklung des Menschen anschaut, der über zig Jahrtausende um sein Überleben kämpfen musste. Ein wesentlicher Garant für das Überleben war die Gruppe (Sippe). Die eigene Position innerhalb der Gruppe war deshalb von enormer Bedeutung, die vielschichtige Motivationen hervorbrachten, um die Basis, dass Überleben, zu gewährleisten. Des Weiteren gab es naturgesteuerte Mechanismen und von der Gruppe (Gesellschaft) geschaffene Regeln, die das Überleben der Gruppe gewährleisten sollte. In der Arbeit mit solchen Teilen erscheint zwar manchmal die Komplexität der Motive erstaunlich, doch lässt sich steht’s der rote Faden zum Überlebensmuster finden. (Doch genauso lässt sich die Kraft - Quelle zum wahren Selbst finden.)
Ein wesentlicher Punkt beim Überlebensmuster ist die Kontrolle, die sicherstellen soll das alles Notwendige und viel mehr dafür vorhanden ist. Die Kontrolle wiederum ist in ihrem Ausmaß eine Illusion, welche den Teil deshalb nie zufrieden stellen kann bzw. es nie dauerhaft Sicherheit geben kann. Das führt zu einen stetigen getrieben sein und führt weg vom Innern Frieden.  Die Kontrolle beruht auf der Annahme, dass wir selbst oder andere die Macht haben das eigene Leben zu bestimmen. Dies mag so erscheinen, doch bei genauerer Untersuchung, zeigt es sich eben das dem nicht so ist. Diese Untersuchung fördert die Kernmechanismen des „Ich“ zutage, die nur Programmierungen sind

Geschrieben von Uwe

Jun 9

Jeder Persönlichkeitsanteil ist ein Charakter mit Überzeugungen, Sichtweisen, Muster usw. Ein anderer Name für einen Persönlichkeitsanteil wäre Denkposition, weil jeder Teil die Erfahrungen des Lebens auf seine weise interpretiert. Allen Teilen ist die vorgeschaltete Eigenschaft des individuellen Erfahrens gemeinsam, wodurch alle Wahrnehmungen, Gedanken und Gefühle, zu einer persönlichen Erfahrung werden, zu meiner Wahrnehmung, meine Gefühle, meine Gedanken, meine Empfindung usw.
Die Eigenschaft des individuellen Erfahrens, ist eine verzögere, gefilterte und meist verzerrte, Wahrnehmung der inneren und äußeren Welt. Sie wirkt wie eine Schnittstelle, die alles personalisiert und die Erfahrung der individuellen Trennung eines separaten Teils innerhalb der Welt schafft.
Innerhalb unserer Innenwelt können wir das fortsetzen dieser Teilung weiter beobachten, wobei uns meist nur ein paar Denkpositionen bewusst sind und andere erst beim genauen hinschauen, bzw. durch die Aufstellung bewusst werden. Diese Teilung und das schaffen von Teilen kann man leicht beobachten, wenn man ein kleines Spiel mit dem beobachten wagt: Ich kann mich selbst beobachten, doch woher weiß ich, dass ich mich beobachte? Und schon beobachte ich mich wie ich mich beobachte? Und woher weiß ich das? Schon geschieht es wieder, ich beobachte, wie ich mich beobachte, wie ich mich beobachte. Dieses Spiel kann man noch eine Weile fortführen. Die Erfahrung unserer Teile kann man auch im Alltag bemerken, insbesondere dann, wenn es einen Konflikt gibt. Ein Beispiel hierfür wäre, wir laufen durch die Fußgängerzone und werden Zeuge, wie ein Mann eine Frau beschimpft und bedroht. Was sollen wir tun? Jetzt tauchen verschiedene innere Stimmen auf. Wie: Das geht dich nichts an; du muss was tun; ich hab aber Sorge mich zu blamieren; ich habe Angst in einen Streit oder gar Kampf verwickelt zu werden; du musst handeln, weil es deine Pflicht als Mitmensch ist;  usw. Es ist dann wie ein innerliches Tauziehen. Dieses Tauziehen oder zumindest diese Diskussionen können wir auch im Coaching beobachten. Das ist nichts Neues und was hat das mit der Eigenschaft des individuellen Erfahrens zu tun? Tatsächlich ist es nicht nur ein vermeintlicher Entscheidungsprozess. Es braucht keine besonderen Situationen, damit unser Geist werkelt, er macht das eigentlich die ganze Zeit. Es ist ein Erhaltungsprozess und ein Energiegewinnungsprozess. Ohne Input löst sich die Persönlichkeit immer mehr auf und da die Persönlichkeit (Ego) keine eigene Energie hervorbringen kann muss es diese von außen beziehen (vermeintlich).
Dafür ist im Wesentlichen die Eigenschaft des individuellen Erfahrens verantwortlich. 

Geschrieben von Uwe

Jun 23

Unter Trance stellen sich viele vor, dass man sich mit geschlossenen Augen in einen tiefen Entspannungszustand befindet, oder in Hypnose.
Dabei sind bei den meisten Menschen Trancen die meiste Zeit des Tages gegeben, ob in der Arbeit oder im Privatbereich. Diese Trancen können sich wie ein Schleier über das Bewusstsein legen und sogar den ganzen Menschen in einen Automatismus bringen. Der Mensch bemerkt davon meisten nichts, weil die Trancen sehr subtil kommen und gehen.
Übersteigert könnte man sagen, der Mensch befindet sich die meiste Zeit in einer Hypnose, was heißt, er träumt.
Schaut man sich nun den Geist des Menschen genauer an, finden wir ein Konstrukt (Mind System), bestehend  aus vielen Identitäten (Persönlichkeitsanteile) die  wiederum Konstrukte sind und sich jeder in seiner eigenen Trance befinden kann. Die Trance wiederum macht es möglich, dass der Mensch von einer zu anderen Identität gleitet. Die Trancen wirken einerseits wie ein Leim, der alles zusammenhält und andererseits wie ein Gleitmittel was einen leichten Wechsel ermöglicht. Dieses innere psychische System gleicht einer mehr oder weniger geordneten Gesellschaft, die auf den ersten Blick vielfältige Wünsche und Bedürfnisse verfolgt und sich andererseits schützt und vermeidet. Ein tiefer Einblick zeigt uns scheinbar gegensätzliche Kernmotive. Das Überleben und das Einsein/Frieden. Auch auf der Ebene der Gefühle zeigen sich zwei scheinbar gegensätzliche Pole: Angst – Liebe.

Polare Identitäten:

Hat ein Klient den Glaubenssatz „Ich bin ein Versager“ so betrifft das eine oder mehrere Identitäten. Dies bedingt auch immer das Identitäten da sind, welche das Gegenteil glauben, bzw. sich in einer Kompensationsstrategie befinden die das Gegenteil beweisen will. Hierbei ist es jedoch wichtig zu verstehen, dass sich beide Pole in einer Trance befinden. Wird nun versucht durch eine Therapie diesen Glaubenssatz zu lösen, findet in Wahrheit bei Erfolg nur eine Energieverlagerung statt. Die „Versager Identitäten“ werden geschwächt und die „Gewinner Identitäten“ gestärkt. Beide sind danach noch vorhanden und beide befinden sich nach wie vor in einer Trance. Der Weg zu unserem Selbst, wird dadurch nicht frei, sondern der Zustand meist nur vorübergehend angenehmer.

Trancen:

Schauen wir als erstes ein paar Allgemeine Trancen an und lassen die Kerntrancen mal weg.

Beobachter Trancen: Diese Trance schafft Trennung, meistens als Schutz und Kontrolle. Trennung von den Gefühlen, von den anderen, Trennung von der assoziierten Erfahrung usw. Auch diese Trance gehört zu den mächtigeren Trancen (wenn auch nicht so wie die Kerntrancen), weil sie die Trennung als Individuelles separates dissoziiertes Wesen aufrechterhält und zudem weitere Identitäten schaffen kann. Diese Trance sind auch häufige Verwechslungen mit den unbeteiligten Zeugen in der spirituellen Arbeit

Alters Trancen: Eine Identität bleibt in einem Alter wo es sich abgespalten hat. Das bewusste Ich erlebt dies als Altersregression, doch eigentlich zeigt sich eine jüngere Identität, die in ihrem Alter durch diese Trance festgehalten ist. Das gleiche gibt es auch als Progression: Eine Identität projiziert sich selbst in die Zukunft und erlebt sich als älter und reifer als sie eigentlich ist. Diese Trance ist ein Fluchtmechanismus vor der Vergangenheit oder Gegenwart.

Hypnotische Suggestion: Sind einzelne oder mehrere Suggestionen die das Mind System stark beeinflussen können (Trancen). Von diesen Suggestionen können mehrere Identitäten betroffen sein. Eine hypnotische Suggestion bleibt in der Regel solange bestehen bis man die Erfahrung macht. Der Widerstand gegen die Suggestion (wenn sie aufgenommen wurde), gibt der Suggestion sogar noch Energie. Gerade in unserer Prägungsphase als Kind dringen solche Suggestionen leicht in die Psyche ein. Dies kann aber das ganze Leben geschehen.

Amnesie: Vergessen über etwas was wir nicht wahrnehmen wollen. Identitäten können diese Trance als Schutz verwenden. Identitäten (Teile) können unter einer Amnesie leiden oder diese Trance einsetzen um bestimmte Erinnerungsabschnitte auszublenden. Diese Trance kommt nicht nur bei traumatischen Prägungen vor, sondern auch bei vielen anderen Themen. Auch in Beziehungen kann diese Trance viel Konfliktpotential sein.

Hypermnesie:
Detail genaues erinnern zwecks Kontrolle und Sicherheit. 

Negative Halluzinationen: Hier nehmen wir etwas nicht wahr, was vorhanden ist. Dies wird auch als ausblenden bezeichnet.

Positive Halluzinationen: Hier nehmen wir etwas wahr was nicht vorhanden ist. Hier sehen wir (alle Sinne) in der Welt Dinge die eben nicht da sind.

Projektionen: Hier werden eigene unterdrückte Themen auf andere projiziert, sowohl negative als auch positive Aspekte. Bezieht sich hier im Gegensatz zu den obigen beiden auf Menschen, Gruppen, Gott usw. 

Konfusion:
Einerseits ein Zugang und andererseits auch ein wechseln zwischen den Identitäten. Konfusionstrancen können auch als Schutzmechanismus fungieren. Wir sind am leichtesten zu prägen, wenn wir verwirrt sind.

Hypnotisches Träumen:
Ist meist ein Fluchtmechanismus vor der Gegenwart. Dieses Träumen kommt häufiger vor als man vermutet und kann sowohl positive Träume als auch negative Träume hervorbringen. Zugleich kann uns diese Trance auch in andere Identitäten katapultieren.

Gefühlstrancen: Viele Gefühle selbst wirken in sich wie eine Trance, weil das meiste Gefühl ein verzerrtes Konzept beinhaltet (z.B. Schuld, Scham, Stolz). Zudem kann der Glauben wirken, dass Gefühle die Wahrheit widerspiegeln – meine Gefühle zeigen mir an ob etwas stimmt oder nicht.

Selbstbild Trancen:
In diesen Trancen haben wir Konzeptionen unserer Identität die individuell verschieden sein können. Das kann die Konzeption der Sünde, Täter, Opfer, Vater, Mutter oder spirituelles Ego sein, aber genauso Macht Trancen und anderes. Eine Konzeption ist ein Glaubenssystem in der wir als Rolle aufgehen.

Zugehörigkeitstrancen: Hierzu gehört die Konzepte von Religionen, bestimmter Gruppen und Berufsstände. Aber auch die Herkunft kann Trancen auslösen.


Zwischenzusammenfassung:

1.    Die Persönlichkeit besteht aus Identitäten
2.    Die Identitäten sind von ihrer Struktur her Polar
3.    Bei jeder Identität sind mehrere Trancen wirksam
4.    Trancen halten uns in der Identität gefangen
5.    Identitäten sind Gedanken und nicht unser Selbst
6.    Identitäten sind die Barriere zum Selbst/Quelle/Ursprung


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Geschrieben von Uwe

Jun 25

MST ist ein machtvolles Modell des persönlichen Wachstums und der Verwirklichung des menschlichen Potentials. Es eignet sich sowohl für das Coaching, Therapie, als auch der Persönlichkeitsentwicklung. Weiterhin bezieht es gezielte spirituelle Aspekte des Menschen mit ein, um über den Persönlichkeitsrahmen hinaus zu arbeiten.

Termin: 22.Juli.09
Uhrzeit: 19.00-20.30
Ort: Meergässle 4 (Impressum)
Eintritt: Frei

Inhalte:
Struktur und Funktionsweise des MST
Methodiken
Seminare und Ausbildungen

Anmeldung: Eine Anmeldung ist erforderlich: info(at)coretransfer.de

Geschrieben von Uwe

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