Unter Trance stellen sich viele vor, dass man sich mit geschlossenen Augen in einen tiefen Entspannungszustand befindet, oder in Hypnose.
Dabei sind bei den meisten Menschen Trancen die meiste Zeit des Tages gegeben, ob in der Arbeit oder im Privatbereich. Diese Trancen können sich wie ein Schleier über das Bewusstsein legen und sogar den ganzen Menschen in einen Automatismus bringen. Der Mensch bemerkt davon meisten nichts, weil die Trancen sehr subtil kommen und gehen.
Übersteigert könnte man sagen, der Mensch befindet sich die meiste Zeit in einer Hypnose, was heißt, er träumt.
Schaut man sich nun den Geist des Menschen genauer an, finden wir ein Konstrukt (Mind System), bestehend aus vielen Identitäten (Persönlichkeitsanteile) die wiederum Konstrukte sind und sich jeder in seiner eigenen Trance befinden kann. Die Trance wiederum macht es möglich, dass der Mensch von einer zu anderen Identität gleitet. Die Trancen wirken einerseits wie ein Leim, der alles zusammenhält und andererseits wie ein Gleitmittel was einen leichten Wechsel ermöglicht. Dieses innere psychische System gleicht einer mehr oder weniger geordneten Gesellschaft, die auf den ersten Blick vielfältige Wünsche und Bedürfnisse verfolgt und sich andererseits schützt und vermeidet. Ein tiefer Einblick zeigt uns scheinbar gegensätzliche Kernmotive. Das Überleben und das Einsein/Frieden. Auch auf der Ebene der Gefühle zeigen sich zwei scheinbar gegensätzliche Pole: Angst – Liebe.
Polare Identitäten:
Hat ein Klient den Glaubenssatz „Ich bin ein Versager“ so betrifft das eine oder mehrere Identitäten. Dies bedingt auch immer das Identitäten da sind, welche das Gegenteil glauben, bzw. sich in einer Kompensationsstrategie befinden die das Gegenteil beweisen will. Hierbei ist es jedoch wichtig zu verstehen, dass sich beide Pole in einer Trance befinden. Wird nun versucht durch eine Therapie diesen Glaubenssatz zu lösen, findet in Wahrheit bei Erfolg nur eine Energieverlagerung statt. Die „Versager Identitäten“ werden geschwächt und die „Gewinner Identitäten“ gestärkt. Beide sind danach noch vorhanden und beide befinden sich nach wie vor in einer Trance. Der Weg zu unserem Selbst, wird dadurch nicht frei, sondern der Zustand meist nur vorübergehend angenehmer.
Trancen:
Schauen wir als erstes ein paar Allgemeine Trancen an und lassen die Kerntrancen mal weg.
Beobachter Trancen: Diese Trance schafft Trennung, meistens als Schutz und Kontrolle. Trennung von den Gefühlen, von den anderen, Trennung von der assoziierten Erfahrung usw. Auch diese Trance gehört zu den mächtigeren Trancen (wenn auch nicht so wie die Kerntrancen), weil sie die Trennung als Individuelles separates dissoziiertes Wesen aufrechterhält und zudem weitere Identitäten schaffen kann. Diese Trance sind auch häufige Verwechslungen mit den unbeteiligten Zeugen in der spirituellen Arbeit
Alters Trancen: Eine Identität bleibt in einem Alter wo es sich abgespalten hat. Das bewusste Ich erlebt dies als Altersregression, doch eigentlich zeigt sich eine jüngere Identität, die in ihrem Alter durch diese Trance festgehalten ist. Das gleiche gibt es auch als Progression: Eine Identität projiziert sich selbst in die Zukunft und erlebt sich als älter und reifer als sie eigentlich ist. Diese Trance ist ein Fluchtmechanismus vor der Vergangenheit oder Gegenwart.
Hypnotische Suggestion: Sind einzelne oder mehrere Suggestionen die das Mind System stark beeinflussen können (Trancen). Von diesen Suggestionen können mehrere Identitäten betroffen sein. Eine hypnotische Suggestion bleibt in der Regel solange bestehen bis man die Erfahrung macht. Der Widerstand gegen die Suggestion (wenn sie aufgenommen wurde), gibt der Suggestion sogar noch Energie. Gerade in unserer Prägungsphase als Kind dringen solche Suggestionen leicht in die Psyche ein. Dies kann aber das ganze Leben geschehen.
Amnesie: Vergessen über etwas was wir nicht wahrnehmen wollen. Identitäten können diese Trance als Schutz verwenden. Identitäten (Teile) können unter einer Amnesie leiden oder diese Trance einsetzen um bestimmte Erinnerungsabschnitte auszublenden. Diese Trance kommt nicht nur bei traumatischen Prägungen vor, sondern auch bei vielen anderen Themen. Auch in Beziehungen kann diese Trance viel Konfliktpotential sein.
Hypermnesie: Detail genaues erinnern zwecks Kontrolle und Sicherheit.
Negative Halluzinationen: Hier nehmen wir etwas nicht wahr, was vorhanden ist. Dies wird auch als ausblenden bezeichnet.
Positive Halluzinationen: Hier nehmen wir etwas wahr was nicht vorhanden ist. Hier sehen wir (alle Sinne) in der Welt Dinge die eben nicht da sind.
Projektionen: Hier werden eigene unterdrückte Themen auf andere projiziert, sowohl negative als auch positive Aspekte. Bezieht sich hier im Gegensatz zu den obigen beiden auf Menschen, Gruppen, Gott usw.
Konfusion: Einerseits ein Zugang und andererseits auch ein wechseln zwischen den Identitäten. Konfusionstrancen können auch als Schutzmechanismus fungieren. Wir sind am leichtesten zu prägen, wenn wir verwirrt sind.
Hypnotisches Träumen: Ist meist ein Fluchtmechanismus vor der Gegenwart. Dieses Träumen kommt häufiger vor als man vermutet und kann sowohl positive Träume als auch negative Träume hervorbringen. Zugleich kann uns diese Trance auch in andere Identitäten katapultieren.
Gefühlstrancen: Viele Gefühle selbst wirken in sich wie eine Trance, weil das meiste Gefühl ein verzerrtes Konzept beinhaltet (z.B. Schuld, Scham, Stolz). Zudem kann der Glauben wirken, dass Gefühle die Wahrheit widerspiegeln – meine Gefühle zeigen mir an ob etwas stimmt oder nicht.
Selbstbild Trancen: In diesen Trancen haben wir Konzeptionen unserer Identität die individuell verschieden sein können. Das kann die Konzeption der Sünde, Täter, Opfer, Vater, Mutter oder spirituelles Ego sein, aber genauso Macht Trancen und anderes. Eine Konzeption ist ein Glaubenssystem in der wir als Rolle aufgehen.
Zugehörigkeitstrancen: Hierzu gehört die Konzepte von Religionen, bestimmter Gruppen und Berufsstände. Aber auch die Herkunft kann Trancen auslösen.
Zwischenzusammenfassung:
1. Die Persönlichkeit besteht aus Identitäten
2. Die Identitäten sind von ihrer Struktur her Polar
3. Bei jeder Identität sind mehrere Trancen wirksam
4. Trancen halten uns in der Identität gefangen
5. Identitäten sind Gedanken und nicht unser Selbst
6. Identitäten sind die Barriere zum Selbst/Quelle/Ursprung
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